Brasiliens neuer Präsident Jair Bolsonaro über die marxistische Indoktrination von Kindern in der Schule


Ist Bolsonaro wirklich der neue Hitler? (Bildquelle)

Vom linken Mainstream unisono als „Extremist“ bezeichnet wird es Jair Bolsonaro vermutlich nicht mehr schaffen, eine auch nur halbwegs ausgewogene Berichterstattung zu erhalten. Dafür ist der Mann bei weitem zu deutlich in der Art und Weise, wie er die massiven Probleme Brasiliens anspricht. Ein Punkt darunter ist die laut ihm umfassende „marxistische Indoktrination“ von Kindern in öffentlichen Schule durch die bis vor kurzem regierende Arbeiterpartei. Ob er damit recht hat wäre die eine Frage, ob ihn seine Ansichten zu einem „Nazi“ machen die andere.


Ist das Anprangern einer „marxistischen Versklavung von Kindern“ nazi?



Auf Bolsonaros offiziellem YouTube Kanal wurde vor wenigen Tagen ein englisch untertiteltes Video mit dem Titel „Präsident Bolsonaro zeigt wie die Linke brasilianische Kinder indoktriniert, um die ganze Gesellschaft zu versklaven“. veröffentlicht, in dem er auf die Schulpolitik der vormals regierenden Arbeiterpartei eingeht. Hier der Inhalt dazu:

„Welches Ziel haben sie [die Linken] also, indem sie so vorgehen [also die Kinder sehr früh mit sexuellen Inhalten konfrontieren]?

Ihr Ziel besteht darin, dass Kinder auf öffentlichen Schulen - und es tut mir leid, dass ich das nun sagen muss, da zu meiner Jugendzeit die öffentlichen Schulen in gutem Zustand waren… heute allerdings geben nur noch Arme ihre Kinder auf diese Schulen, weil sie keine andere Wahl haben - rein gar nichts lernen, damit sie in Zukunft völlig abhängig sind vom Staat.

Ich frage euch [Empfänger von staatlichen Transfergeldern], was ist euch wichtiger? Ich weiß, für viele von euch ist die Sozialhilfe wichtig, nur, ist die Sozialhilfe auch wichtiger als die Würde eurer Kinder? Die Ehre eurer Kinder?

Und es geht noch weiter, da die Arbeiterpartei über ihre Internetseite (Humaniza Redes) klar sagt, dass Pädophilie kein Verbrechen ist, und dass Pädophile nur verurteilt werden können, wenn ein Experte einen ‚ausführlichen Bericht‘ erstellt, weil die Pädophilie eine Art ‚Geisteskrankheit‘ sei wie es auf Rousseffs Internetseite heißt, die mit der Menschenrechtssekretärin Maria de Rosario verbunden ist wo es wiederum heißt, dass jemand nur dann ein Pädophiler ist, wenn er nicht an einer Geisteskrankheit leidet… oder wenn mit der Pädophile keine kommerziellen Absichten verbunden waren.

Es it genau das, was sie [die Arbeiterpartei] für Kinder ab dem Alter von sechs Jahren wollen.

Und was machen sie in ganz Brasilien?

Ungefähr 100,000 öffentliche Schulen werden für die politische Propaganda der Arbeiterpartei missbraucht.

Professor [Marco Antonio] Villa hat es bereits gesagt: ‚Das Bildungsministerium (MEC) darf nicht für Propaganda einer politischen Partei missbraucht werden.‘

Neben der Würde unserer Kinder müssen wir dazu auch unsere eigene Zukunft im Auge behalten… und genau das ist auch der Grund, warum ich [im Video] Japans Fußballtrikot trage.

In Japan lösen 6/7-jährige Kinder Mathematikaufgaben, die unsere Universitätsstudenten nicht lösen können, weil es hier in Brasilien für wichtiger erachtet wird, Jungen beizubringen, dass sie keine Jungen sind und Mädchen, dass sie keine Mädchen sind (wie es in der nationalen Schulabschlussprüfung der Fall war), als ihnen etwas beizubringen, dass sie einmal in die Lage versetzen wird, ein Leben ohne staatliche Transfers, Armut und Elend zu führen.“

Meint Bolsonaro wirklich die Situation in Brasilien? Man könnte sich bei den Vorwürfen fast erinnert fühlen an Olaf Scholz Kampf um die "Lufthoheit über die Kinderbetten".


Jair Bolsonaro im Nazitest




Das Video wurde inzwischen von über 100.000 Personen angesehen und erhielt bislang über 25.000 „Daumen hoch“, während die gut 100 „Daumen runter“ im Verhältnis vernachlässigenswert sind. Boslonaro scheint also gut anzukommen mit seinen Positionen zum Zustand des brasilianischen Schulsystems.

Man könnte nun wie der linke Mainstream und dessen öffentlich-rechtliche Kollegen zum Schluss kommen, dass ganz Brasilien ein Land voller Nazirassisten sein muss, da sie den Mann wählten und seine Ansichten offen bejubeln. Für mich klingt das Gesagte allerdings nicht gerade wie etwas, das man vom nächsten Hitler erwarten würde. Aber machen wir kurz den Test:


1. Äußert sich Bolsonaro im Video in rassistischer Weise?

Nein, eindeutig nicht. Er unterscheidet zwar zwischen den Mathematikleistungen japanischer und brasilianischer Schüler, sieht die Ursache aber in Gänze in den Unterrichtsinhalten begraben.


2. Zeigt Bolsonaro im Video faschistische Tendenzen?

Definiert man Faschismus als Verschmelzung von Wirtschaft und Politik mit einer stark vertikalen Hierarchie, dann sind Bolsonaros Ansichten eindeutig nicht faschistisch. Nicht nur äußert er sich positiv über Privatschulen, etwas sehr unfaschistischem, sondern will dazu auch, dass Menschen ihr Leben staatsfern in persönlicher (finanzieller) Autonomie leben können. Der Faschismus will das nicht.


3. Ist Boslonaros Vision von Schule dann vielleicht nationalsozialistisch?

Während Boslonaro zweifellos die Nation als politischen, wirtschaftlichen und sozialen Bezugsrahmen sieht (siehe der Vergleich Brasilien-Japan), er also als „Nationalist“ bezeichnet werden kann, so äußert er sich auch dezidiert gegen jegliche Anerziehung sozialistischer Ideen und Ideale über das öffentliche Schulsystem. Wer ihn daher als nationalsozialistisch bezeichnet, der macht entweder einen Fehler oder lügt.

Insgesamt klingen Boslonaros Worte eindeutig klassisch wertkonservativ. Zwar sind seine Ansichten zu anderen Themen nicht bekannt, würde mich aber wundern, wenn er dort nicht ebenso Positionen vertreten würde, die man in den Bereich wertkonservativ einordnen kann.

Auch beim Thema Bolsonaro lautet die Schlussfolgerung also leider, dass der linke Mainstream und dessen öffentlich-rechtlichen Kollegen Fake News betreiben, wenn sie den Mann als „Extremist“ der ein oder anderen Sorte bezeichnen.



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