Auf der Insel nichts Neues: In Großbritannien gibt es 43.000 gewalttätige Extremisten, 90 Prozent davon Islamisten, aber die Polizei sieht nur den Rechtsextremismus


Sieg...Heil? (Bildquelle)

Ganz so, als stünde Hitler erneut vor der Übernahme Europas, sehen auch die Behörden in Großbritannien nur eine Gefahr von „rechts“. Der Islamismus, obwohl bei den Straftaten und Straftätern in exorbitanter Weise übervertreten, bekommt von den britischen Behörden nur im Gefängnisalltag die ihm gebührende Aufmerksamkeit geschenkt, während der Linksextremismus trotz sich der jüngst auch in Großbritannien aktivistisch zeigenden Extremisten der Extinction Rebellion, überhaupt nicht auf dem Radar erscheint. Ob eingebildet oder echt, der große Übeltäter war ist und bleibt der Nazi.



Islamisten über alles


Wie die Daily Mail berichtet werden in Großbritannien aktuell 43.000 gewalttätige Extremisten durch den Inlandsgeheimdienst MI5 beobachtet. Das sind doppelt so viele, wie noch im vergangenen Jahr, wobei der Anteil islamistischer Extremisten bei 90 Prozent liegt. Rechtsextremisten dagegen machen nur einen kleinen Teil aus, während über linksextreme Gewalttäter keine Informationen vorliegen.

Eine zweite gerade veröffentlichte Liste des Innenministeriums bestätigt diese Relation. Nach dieser befinden sich in Großbritannien aktuell 238 Personen wegen Terrorvergehen in Haft, von denen 183 (77%) islamistisch motivierte Straftaten begangen hatten und 44 (18%) von rechtsextremem Gedankengut angetrieben waren. Über die Motivation der übrigen elf (5%) wurde lediglich bekannt, dass sie „anderen Ideologien“ anhingen, wobei damit vermutlich Linksextremisten und nordirische IRA Mitglieder gemeint sind.

Nach der Veröffentlichung der Zahlen zeigte sich der leitende Militär- und Geheimdienstexperte Oberst Richard Kemp erstaunt über den allgemeinen Fokus auf den Rechtsextremismus als bedeutendste Bedrohung. In Anbetracht der Relationen sei dies eine „falsche Betonung“, da der Islamismus neun Mal so oft zu terroristischen Vergehen führe.

Richard Walton, ehemaliger Leiter der Terrorabwehr meinte überdies, dass er sich vor allem darüber wundere, dass es über 40.000 Menschen im Land gibt, die aus ideologischen Gründen zu morden bereit sind. „Das ist eine absurd hohe Zahl“, sagte er und fügte an: „Daran erkennt man das Ausmaß des Problems.“

Der starke Anstieg an Personen, die vom MI5 beobachtet werden, lässt sich auf eine Änderung der Beobachtungspolitik zurückführen. Bis zum vergangenen Jahr wurden lediglich inländische Personen gezählt, wobei nun auch Personen im Ausland mitgezählt werden, die das Recht haben, nach Großbritannien einzureisen. Darunter fallen Personen mit britischer Staatsbürgerschaft, die sich wie beispielsweise Shamima Begum in Syrien und im Irak dem Islamischen Staat anschlossen, allerdings jederzeit das Recht auf eine Wiedereinreise nach Großbritannien haben.

Der Vergleich zu Deutschland


Zum Vergleich wurden vom Verfassungsschutz im Jahr 2018 circa 13.000 Personen mit rechtsextremer Ideologie (Nazis, Reichsbürger) als gewaltbereit eingestuft, während 9.000 Linksextreme dem gewalttätigen Spektrum zugeordnet wurden. Bei Islamisten in Deutschland falten etwas mehr als 25.000 als extremistisch, wobei sich deren Gewaltneigung aus der koranischen Trilogie ableitet. Ein Teil der zumeist ausländischen Organisationen ist dabei nur in der Heimat gewalttätig und nutzt Deutschland lediglich als „Rückzugsgebiet“.

Besorgniserregend im Bereich Islamismus ist, dass dem Verfassungsschutz bei mehreren islamextremistischen Organisationen „keine gesicherten Zahlen“ vorliegen, also einer hohen Dunkelziffer angenommen werden muss.

Gemessen an den bekannten Zahlen ergeben sich für Deutschland andere Relationen als in Großbritannien, während es sich bei der Gesamtzahl an Extremisten in etwa analog verhält. Von den bekannten 47.000 ideologisch gewaltbereiten Personen sind in Deutschland circa 53% dem Islamismus zuzuordnen, 19% dem Linksextremismus und 28% dem Rechtsextremismus.

In Deutschland gibt es damit gegenwärtig ein im Vergleich geringeres Drohpotenzial durch Islamisten, während der Linksextremismus in etwa eine vergleichbare Problemstelle darstellt wie der Rechtsextremismus. Bedenklich ist vor allem, dass der Islamismus als Gefahr für die Ordnung im Land in etwa so groß ist, wie jene durch die beiden klassisch deutschen politischen Extremismen.

Insofern lässt sich schließen, dass auch in Deutschland der Fokus fast gänzlich auf den Rechtsextremismus eine falsche Ausrichtung der rechtsstaatlichen Ressourcen darstellt.


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