Mittwoch, 8. August 2018

Sie sind weiblich und suchen einen lukrativen Nebenerwerb? Werden Sie doch Mitglied bei den Grünen!

Eine Nettotransferempfängerin (Bildquelle: Claudi, Geldi)


Allein aus der Staatskasse flossen im Jahr 2016 deutlich über 155 Millionen Euro an die sieben Parteien des Bundestages. Dazu kommen weitere Einnahmen aus Mitgliederbeiträgen, Spenden und unternehmerischen Tätigkeiten. Die Gesamteinnahmen der Parteien summierten sich damit auf mehr als 450 Millionen Euro - schwarze Kassen nicht mit eingerechnet. Parteien sind finanzstarke Spieler, in denen selbst Parteimitglieder jenseits der Pyramidenspitze gutes Geld verdienen können. Ich möchte im folgenden der Frage nachgehen, wie viel genau herausspringen kann und für wen es sich am meisten lohnt.


Viele Mitglieder, wenig Effekt



Laut Statista hatten die Bundestagsparteien im Jahr 2016 gut 1,2 Millionen Mitglieder. Jeweils etwa 430.000 entfielen dabei auf SPD und CDU (CSU wird extra gerechnet), während die übrigen noch einmal in etwa so viele Mitglieder auf sich vereinen.


Partei
Mitglieder 2016
SPD
432.706
CDU
431.920
CSU
142.412
Grüne
61.596
Linke
58.910
FDP
53.896
AfD
26.409
gesamt
1.207.849

Diese Angaben sind natürlich ohne Gewähr, da sie von den Parteien selbst stammen und sicherlich einiges an Psychologie mit hineinspielt und Politiker intern an ihrer Zugkraft gemessen werden, wenn es um die Neugewinnung von Parteimitgliedern geht. Ich denke daher, die Angaben sind in etwa so zuverlässig wie Angaben zu BIP und Bevölkerung in Afrika. Man kann von den Zahlen gut und gerne 20% Karteileichen abziehen, um ein realistisches Bild zu erhalten.

Hier aber soll es aber nicht um die Gesamtzahl der Parteimitglieder gehen, sondern nur um jene, die aktiv sind und Parteiarbeit betreiben, oder zumindest so tun als ob. Also bei Sitzungen erscheinen, Anträge einbringen, sich an Ständen in der Innenstadt Vorwürfe anhören, Plakate ankleben (und gelegentlich welche der Gegenseite abreißen) und so weiter und so fort. Insgesamt jene, die ihre Parteimitgliedschaft zumindest als Hobby erachten, wenn nicht gar als Nebenerwerb.

Nebenerwerb übrigens im Sinne von Sitzungsgeldern, Fahrtkostenzuschlägen, einem Parteihandy, Stipendien, Vortragsgeldern und in einigen Fällen sicherlich auch einem netten Vereinsheim als günstiger Partygelegenheit. Ebenfalls implizit inbegriffen ist der schnelle und profitable Kontakt zu Behörden, städtischen Karrieren und weiteren Arbeits- und Vertragsgelegenheiten bei öffentlichen Trägern.

Über Unternehmen heißt es, dass etwa einer von zehn die ganze Arbeit macht und der Rest von diesen mitgezogen wird. Es gibt keinen Grund zur Annahme, dass sich dies in Parteien anders verhält, zumal viele Parteimitglieder aus privaten oder beruflichen Gründen kaum Zeit haben für die Parteiarbeit. Ich vermute daher, dass der Anteil regelmäßig aktiver Mitglieder an der Parteibasis bei etwa 5% der Gesamtmitgliederzahl liegen dürfte.

Ebenso wenig Teil der gesuchten Gruppe sind auch hohe Funktionäre und Mandatsträger (oder Sesselfurzer in Aufsichtsräten). Diese beziehen ihr staatliches Gehalt über andere Wege und sind daher in aller Regel nicht auf Parteigelder angewiesen. Ob sie trotzdem welches bekommen sei dahingestellt. In Österreich beispielsweise bekommt der ehemalige Kanzler Kern von der Partei ein nettes Zubrot fürs Anwesend sein. Ich kann nicht ausschließen, dass es das auch in Deutschland gibt, werde aber davon abstrahieren.

Es bleiben also 5% Parteimitglieder, die für die meiste Arbeit der Parteibasis zuständig sind und für die der größte Teil der Einnahmen ausgegeben wird.



Parteifinanzen wie ein bodenloser Honigtopf



Die Zahl der Parteimitglieder sinkt stetig, die SPD beispielsweise hatte einst über eine Million Mitglieder und damit alleine so viele Mitglieder wie heute überhaupt noch Personen im Land politisch registriert sind. Die staatlichen Zuwendungen aber, sie werden stetig mehr. Offensichtlich kompensieren die Parteien die Abwesenheit von Mitgliederbeiträgen und ihr unternehmerisches Risiko, indem sie sich noch mehr von staatlichen Geldern abhängig machen. Sie missbrauchen effektiv also ihre politischen Mandate zur Querfinanzierung der eigenen Partei. Raubrittertum hieß das früher mal.

Ein Beispiel dafür wäre die FDP, die sich laut Jouwatch letztens einen Millionenkredit erließ, ein anderes die vor kurzem beschlossene Erhöhung der Parteizuwendungen insgesamt um satte 15%. Die Abzockermentalität von Parteien ist also durchaus relevant.

Laut Angaben des Bundestages erzielten die Parteien im Jahr 2016 folgende Einnahmen:

Partei
Einnahmen in Mio. Euro
SPD
156,8
CDU
144,8
CSU
38,9
Grüne
42,3
Linke
29,7
FDP
27,2
AfD
15,6
gesamt
455,3


Wären Deutschlands Parteien ein Konzern, er wäre eindeutig kein Mittelstand mehr. Selbst die kleinen Parteien würden als eigenständige Unternehmen gemessen am Umsatz nur noch knapp zum Mittelstand zählen.



Was durchschnittlich für jedes aktive Parteimitglied abfällt



Wir haben nun festgestellt, wie viele Parteimitglieder es gibt, wie viele Aktive sich darunter befinden und wie viel Geld die Parteien jedes Jahr einnehmen. Daraus lässt sich der Anteil am Kuchen pro aktivem Parteiarbeiter errechnen.

Partei Einnahmen in Mio. Euro Aktive Mitglieder Euro pro Kopf
SPD
156,8
21.635
7.247
CDU
144,8
21.596
6.705
CSU
38,9
7.121
5.463
Grüne
42,3
3.080
13.735
Linke
29,7
2.946
10.083
FDP
27,2
2.695
10.094
AfD
15,6
1.320
11.814
gesamt
455,3
60.392
7.539


Während die großen Parteien und die CSU eher enttäuschend abschneiden und pro aktivem Mitglied nur ein durchschnittlicher Nebenerwerb möglich ist, so liegen die kleinen Parteien sogar über dem, was man bei Hartz4 bekommt. Nimmt man ein Jahresarbeitszeit von 1.600 Stunden an, dann liegt der Wert der Grünen mit 8,58 Euro sogar fast auf dem Niveau des Mindestlohns von 8,84 Euro.

Da gibt es aber noch ein Element, das die Sache bei den meisten Parteien verzerrt und dadurch eine Gruppe als klaren Gewinner favorisiert. Es geht um die Frauenquote.



Die antidemokratische Frauenförderung in den Parteihierarchien



Deutsche Parteien, so das ehemals verbindliche Grundgesetz, müssen ihre interne Struktur nach demokratischen Prinzipien aufbauen (GG Art. 21,1). Das heißt, es braucht regelmäßige Wahlen, Mehrheitsentscheide sind bindend und jeder hat das gleiche aktive und passive Wahlrecht.

Beim letzten aber, dem gewählt werden, entschieden sich die meisten Parteien, das Grundgesetz etwas lockerer zu interpretieren und installierten beginnend mit den Grünen Frauenquoten für Gremien und politische Mandate. Da Frauen in den meisten Parteien aber deutlich in der Minderheit sind werden sie stark bevorzugt.

Mit dem Demokratieprinzip ist dies nicht zu vereinbaren, so aber verhält es sich aber auch mit der GEZ. Und trotzdem zahlen wir noch immer alle Klaus Klebers Gehalt. Ob wir wollen oder nicht.

Aus der Existenz von Frauenquoten für parteiinterne Gremien ergibt sich die Notwendigkeit, diese Übersicht nach dem Geschlecht aufzuschlüsseln und nachzusehen, in welchen Parteien Frauen größere finanzielle Vorteile aus ihrer Parteimitgliedschaft ziehen können als Männer.

Bei Wikipedia findet sich eine Übersicht zu den Frauenquoten in den Parteien, und die BPB bietet einen Einblick in die „soziale Zusammensetzung“ der Parteien, sprich, ihrem Frauenanteil. 


Hier die Zusammenführung der Informationen in einer Tabelle inklusive des Vor- bzw. Nachteilfaktors des jeweiligen Geschlechts:


Partei
Frauenanteil
Frauenquote
Faktor für Frauen
Faktor für Männer
SPD
32%
40%
1,25
0,88
CDU
26%
33%
1,27
0,90
CSU
20%
40%
2
0,75
Grüne
39%
50%
1,28
0,82
Linke
37%
50%
1,35
0,79
FDP
23%
-
1
1
AfD
16%
-
1
1


Man sieht, die CSU kämpft hart um ihre Frauen - beziehungsweise gegen ihre Männer. Die Riege der Verantwortlichen rund um die beiden Herren Seehofer und Söder muss es nicht kümmern, sie sitzen ja nach wie vor fest im Sattel.



Die finale Endabrechnung nach Partei und Geschlecht



Aus den oben aufbereiteten Zahlen ergeben sich die folgenden Durchschnittswerte:

Partei
Alle in Euro
Frauen in Euro
Männer in Euro
SPD
7.247
9.059
6.377
CDU
6.705
8.515
6.035
CSU
5.463
10.926
4.097
Grüne
13.735
17.581
11.263
Linke
10.083
13.612
7.966
FDP
10.094
10.094
10.094
AfD
11.814
11.814
11.814


Die Tabelle zeigt, mit über 17.000 Euro liegen Grüninnen weit vorne. Auf einen Vollzeitjob mit 1.600 Arbeitsstunden im Jahr gerechnet ergibt sich ein angenehmer Stundenlohn von ziemlich exakt 11 Euro. (Wobei Parteiarbeit im freiwilligen Bereich wohl selten jenseits der 10 Stunden pro Woche liegt; ihr Stundenlohn dürfte die 30 Euro also deutlich übersteigen.)

Kommt auf diesen Betrag noch das Gehalt aus der Halbtagsstelle als Haustierärztin hinzu, dann kann man, Pardon, Frau sich problemlos einen Porsche Cayenne leisten, um damit täglich die Kinder zur Waldorfschule zu fahren und einmal im Jahr auf den Seychellen Schildkröten zu retten.

Mit einem Respektsabstand dahinter stehen die Linksfrauen auf dem zweiten Platz. Auch hier bietet die semiprofessionelle Parteiarbeit offenbar ein gutes Zubrot und lohnt sich eindeutig mehr als Hartz 4. Lernen dagegen müssen die liberalen und nationalbewussten Frauen noch ein wenig. Bei FDP und AfD gibt es zwar jetzt schon ordentlich was abzugreifen, mit Quote aber könnte es noch viel mehr sein für sie.

Insgesamt ist die Rechnung natürlich nicht wirklich für bare Münze zu nehmen. Parteien haben hohe Ausgaben, etwa für Wahlmaterialien, Werbekampagnen und sonstiges. Es zeigt aber, dass für Parteimitglieder gut gesorgt ist. Je nach politischer Ausrichtung und je nach biologischem Geburtsmerkmal sogar sehr gut und wie ich meine deutlich zu gut. Ändern kann ich daran leider nichts und ich denke auch nicht, dass sich bis zum Systemabsturz noch etwas daran ändern wird.

Also, worauf warten Sie noch? Werden Sie Grünin!

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