Suchmaschinenanfrage: „wie krig mann lacki blogs“

Auch eine Art "lacki blog" (Bildquelle)



Lustig oder Traurig?


Eines der bestgehüteten Geheimnisse eines Blogs sind dessen Zugriffe. Zugriffe sind so wertvoll, weil sie die Bedeutung eines Blogs messen und man sich dabei toll fühlen kann ob der digitalen Bedeutung. So könnten denn auch die Zugriffe auf mein kleines digitales Ablassventil exorbitant sein, oder auch nicht. Ich verrate es nicht, aber könnte schon sein.

Allzu viel Wert lege ich dennoch (oder deshalb?) nicht auf die permanente Messung der Zugriffe. Meine Zufriedenheit ist saturiert, so lange der ein oder andere Leser vorbeischaut und eventuell sogar einen Mehrwert aus meinen Ergüssen erzielt. In die Sphären eines Hadmut Danisch werde ich es ohnehin nicht mehr schaffen.

Dennoch schaue auch ich gelegentlich in der Blogstatistik nach, was es denn neues gibt unter den Zugriffen zu meinen Zeilen. Unter den zu mir verweisenden Webseiten findet sich hin und wieder sogar der Link zu einer interessanten Seite. Ebenfalls in der Statistik aufgelistet werden Anfragen bei Suchmaschinen, die Nutzer zu meinem Blog führten.

Ganz besonders stolz bin ich natürlich auf Anfragen wie "Manniko" oder "Mannikos Blog". Denn es bedeutet, dass jemand absichtlich bei mir reinschauen wollte. Daneben kommt es auch immer mal wieder zu Beifang, der reicht vom potenziell klickträchtigsten aller Suchbegriffe namens "amazon" (bislang leider nur einmalig), bis hin zu Unwahrscheinlichkeiten wie "sexy Latexstiefel kaufen", bei der ich mich noch immer, zu welchem meiner Artikel sie führte.

Gestern kam es zu einem weiteren Beifang, bei dem ich nicht so recht weiß, ob ich lachen oder heulen soll. Da tauchte in der Statistik auf: "wie krig mann lacki blogs".

Die gute Nachricht daran ist, dass wer auch immer diese Buchstaben in die Suchleiste eintippte, er - oder sie - hat definitiv ein erstklassiges Vermögen zum Hörenverstehen. Denn im Unterschied zur Suchmaschine kann der menschliche Empfänger der Worte klar nachvollziehen, was die Person am suchen war: "Wie kriegt man Lucky Blocks".

Dass Lucky Blocks etwas sind, wusste ich bis dahin nicht. Es scheint sich dabei um eines der vielen Spielchen fürs Tittytainment auf dem Smartphone zu handeln, das - so meine Vermutung - am ehesten wohl mit Tetris vergleichbar ist.

Jedenfalls besteht meine Hoffnung nun darin, dass es sich bei dem Nutzer auf der Suche nach dem Spiel um ein 8-jähriges Kind handelte. Denn diesem kann man verzeihen, dass es noch kein Englisch beherrscht, und das auch bei der Rechtschreibung und der allgemeinen Wortwahl ("kriegt") etwas hinterher hinkt, wenngleich das "ck" steht. Als Einschränkung gilt dabei leider, dass es für Kinder sicherlich bessere Spiele zur Beschäftigung gäbe, als eine - wie ich vermute - tote, weil phantasiebefreite Billigspielapp.


Dann jedoch steht da auch im Raum die Möglichkeit, dass es kein kleines Kind war, das auf der Suche nach "lacki blogs" zu mir fand, sondern ein großes. Oder gar jemand Erwachsenes.

Falls dem so ist, dann wäre es traurig. Traurig um die abwesende Kenntnis der englischen Sprache als der allgegenwärtigen Fremdsprache Nummer Eins. Traurig um die offenbare muttersprachliche Inkompetenz. Und traurig, dass sich ein Erwachsener mit so einem Müll die Zeit verdaddelt. Getoppt würde dieser Abgesang auf den digital befeuerten Zeitgeist nur noch, falls es sich bei Lucky Blocks um etwas kostenpflichtiges handelt. Ich hoffe es nicht, aber ich will es auch gar nicht wissen.

Was ich ebenso wenig weiß aber sehr wohl hoffe ist, dass die Person gut zugehört hat in den letzten Tagen und einmal groß einkaufen war - und zwar nicht nur Klopapier. Wundern aber würde es mich nicht. "Klopapihr" und "lacki blogs", das passt einfach.


Blogverzeichnis Bloggerei.de
loading...