Lehrerausbildung verkommen zu einer sektenartigen Indoktrination mit linksextremer Ideologie


Angehende Lehrer von der Washington State (Bildquelle)

Der folgende Artikel spielte sich im pazifischen US-Bundesstaat Washington ab. Dieser ist bekannt für seine große linke Szene, die sich gerne auch gewalttätig und intolerant zeigt. Einen Hinweis auf die Ursachen liefert der Erfahrungsbericht eines Studenten an der Bildungsfakultät der dortigen Universität, wo die Studenten heute nur noch sektenartig indoktriniert werden und abgerichtet auf die große Weltrevolution. Dass der Verfasser den Artikel unter einem Pseudonym veröffentlichen musste sagt eigentlich alles. Die Geschichte verspricht Gänsehaut der anderen Art.


Quilette: Was man an der Bildungsfakultät der Universität von Washington nicht lernt.



Nach meiner Entscheidung für eine Laufbahn als Gymnasiallehrer war ich begeistert, im STEP Programm für Lehrer an der Universität von Washington aufgenommen zu werden, wo man sich einen Master Abschluss als Lehrer erwerben kann, der aus einem 12 Monate langen Programm aus Theorie und Praxis besteht. Da man dort nach nur etwas mehr als einem Jahr selbst die Verantwortung als Lehrer bekommt und aufgrund des guten Rufs der Universität erwartete ich, dass das Programm aus einer anspruchsvollen Mischung aus praktischer Arbeit und theoretischer Fundierung bestehen würde, das einem die Grundlagen näherbringt, die es braucht bei der Bildungsentwicklung junger Menschen, als auch hinsichtlich der entscheidenden Rolle, die das öffentliche Bildungssystem bei der Bewältigung von gesellschaftlichen Problemen spielt.

Ich interessiere mich nicht für Politik oder Kontroversen und ich empfinde es nicht als Vergnügen, der Universität an dieser Stelle aufgrund meiner dortigen Erfahrungen Schwierigkeiten zu bereiten. Wenn ich jedoch meine Familie oder Freunde nach meinem Studium fragen, da muss ich ihnen mitteilen, dass es sich bei STEP nicht um ein akademisches Programm handelt, bei dem es um Pädagogik und Bildungspolitik geht, sondern dass es in Wahrheit ein 12 Monate dauerndes Eintauchen in den doktrinären Linksaktivismus darstellt.

Bei dem Programm handelt es sich um ein bizarres und mit akademischer Rigorosität ausgeführtes politisches Experiment, bei dem in der Lehre ganz bewusst mit den Emotionen der Studenten gespielt wird, um ihnen eine ideologische Botschaft zu vermitteln. Die eigentlich wichtigen Aspekte, die angehende Lehrer lernen sollten werden dabei umfassend vernachlässigt. Effektiv beginnen die Absolventen ihrer Karriere als Lehrer dadurch völlig unvorbereitet, da sie nur wenig praktische Erfahrung sammeln können und vorbereitet werden. Selbst die leidenschaftlichsten Linksaktivisten beklagen diesen Mangel an praktischen Inhalten im STEP Studiengang. Ich persönlich empfand das Programm als so beunruhigend, dass ich beschlossen habe, diesen Artikel zu verfassen und mit konkreten Beispielen meiner täglichen Erfahrungen zu versehen, um zu veranschaulichen, wie der Linksaktivismus an der Universität sehr hohe Kosten hinsichtlich der eigentlichen Bildung verursacht.



Linksaktivismus statt Didaktik



Der Studiengang folgt streng den Wesensmerkmalen der Theorie des Linksakivismus und der „sozialen Gerechtigkeit“ und so wird jeder Student, der sich nicht als reiner weißer Mann identifiziert von Anfang an dazu ermutigt, sich als Opfer der Unterdrückung in der sozialen Hierarchie der Vereinigten Staaten zu darzustellen. Auf diese Weise entsteht in jedem der 60 Köpfe großen Jahrgänge schnell eine Kultur, in der Wörter und Phrasen ständig auf den Prüfstand gestellt werden und Ideen, die der sozialen Gerechtigkeit abträglich erscheinen als diskriminierend empfunden werden.

Anstatt Wissen über die Grundlagen der Pädagogik zu vermitteln oder wie man Lehrplaninhalte entwickelt und eine Unterrichtseinheit plant, bekommt man von der Faktultätsleitung und den Dozenten erklärt, dass ihre wesentliche Mission darin besteht, den Kolonialismus, die Misogynie und die Homophobie zu bekämpfen, die in der amerikanischen Gesellschaft endemisch seien.

Ihre Logik dabei besteht darin, dass Lehrer diese Ideen später ihren Schülern vermitteln werden, wenn sie sich davor in die Ideologie der linksaktivistischen sozialen Gerechtigkeit eingearbeitet haben. Es ist ein hohes Ziel und es erklärt, warum sich die Studenten im Rahmen de STEP Programms so eingehend mit den Ideen der linken Identitätspolitik befassen müssen und warum sie diesen Schwerpunkt kritiklos hinnehmen müssen. Bedenkt man den vorgeblichen Zweck von STEP, wonach Studenten auf ihren Abschluss im Lehrberuf vorbereitet werden sollten, dann ist dieser Ansatz – immerhin einer öffentlichen Universität – nur schwer zu rechtfertigen.

Die ersten drei der vier Quartale von STEP befassen sich mit Sozialkonstruktivismus, Postmoderne und Identitätspolitik durch schwache und subjektive Inhalte. Bis auf wenige bemerkenswerte Ausnahmen fehlen die Inhalte, die man für ein Studium an der Graduiertenschule erwarten würde. Obwohl die Klassen Namen wie "Teaching for Learning", "Creating Classrooms for All", "Teaching in Schools" und "Adolescent Psychology" tragen [„Das Lernen lehren“, „Klassenzimmer für alle schaffen“, „Lehren in der Schule“, „Psychologie des Heranwachsens“], ist der überwiegende Teil ihrer Inhalte im Wesentlichen politisch.



Als hießen die Dozenten Horkheimer, Foucault und Butler



Generell sind die einzelnen Kurse nur schwer voneinander unterscheidbar, da sie alle sich jeweils aus einer anderen Perspektive immer nur mit einem Thema befassen, das darin besteht, dass die Studenten jede Organisation und jede soziale Struktur durch die Paradigmen von Macht und Unterdrückung über Geschlecht, Rasse und Sexualität interpretieren lernen sollen.

Von den Studenten wird erwartet, dass sie zeigen, wie die Attribute ihrer persönlichen Identität (also immer nur: Rasse, Sexualität, Geschlecht und manchmal auch auf den Status einer Behinderung) ihre Annahmen über die Schüler prägen, wenn sie als Klassenlehrer arbeiten. Praktisch gesehen besteht das Ziel darin, dass die Lehrer eine Vielzahl von Verhaltensnormen und -aktivitäten durch die Schüler im Klassenzimmer akzeptieren und andere Lehrinhalte im Unterricht zu behandeln, als dies an öffentlichen Schulen in den USA bislang der Fall war. Bei STEP stehen vor allem die beiden Schlagworte der Vielfalt und Integration im Vordergrund, die im Bildungswesen das wichtigste seien, und dass die Ergebnisgleichheit und nicht die Chancengleichheit (sic!) als primäres Ziel der Gesellschaftsordnung angesehen wird.

Eine gute Veranschaulichung dieser Ideologie in der Praxis manifestiert sich in "The Case of Carla", einer wissenschaftlichen Feldstudie, die an der Universität mehr oder weniger obligatorisch durchgenommen wird. Nach der Beobachtung eines Klassenzimmers der sechsten Klasse kamen die Autoren dieser Studie zu dem Schluss, dass die unbewusste Privilegierung des Verhaltens weißer Schüler durch eine weiße Lehrerin und ihre weißen Schüler die Ursache für die relativ geringe akademische Leistung eines afroamerikanischen Mädchens in der Klasse ist.

Aus den Beobachtungen leitet die Studie umfassende Schlussfolgerungen ab hinsichtlich der Auswirkungen der Rassen- und Geschlechterdynamik in der naturwissenschaftlichen Bildung im gesamten öffentlichen Schulsystem und das alleine aus der Beobachtung von vier Grundschülern über einen Zeitraum von einigen Wochen – etwas, das mir nicht gerade als eine allzu robuste Basis erscheint. Nichtsdestotrotz genießt diese Studie an Bildungsfakultät den Status eines intellektuellen Leuchtturms.

In einem unserer Kurse wurden die Studenten gebeten, eine Mitschrift aus der Klasse einer weißen Lehrerin zu analysieren, in der sie einem ihrer indianischen Schüler widersprach, der die Behauptung aufstellte, Wasser sei biologisch lebendig. Anstatt aber diese Situation didaktisch zu analysieren sollte uns dieses Beispiel zeigen, wie die Lehrerin sich in Unterdrückung übte, da sie die spirituellen Überzeugungen einer nicht-westlichen Kultur abtat.



Müll studieren für teuer Geld



Eine der unumstösslichen Dogmen bei STEP besteht darin, dass die Gruppenidentität der wichtigste Faktor für Erfolg oder Misserfolg ist im öffentlichen Bildungsystem wie im bürgerlichen Leben, und dass alle Ungleichheiten auf bewusste oder unbewusste Diskriminierungen zurückzuführen sind, die hauptsächlich von reinrassigen Weißen und anderen reaktionären Elementen in der Gesellschaft begangen werden.

Bei STEP werden sämtliche soziale Interaktion ausschließlich aus der Perspektive von Macht und Unterdrückung analysiert, was dazu führt, dass die Feinheiten der Identitätspolitik bis zum Gehtnichtmehr durchexerziert werden und das vom ersten bis zum letzten Tag des Studiums. Das Ziel besteht darin, die Studenten zur Überzeugung zu führen, dass alle Probleme im öffentlichen Schulsystem auf Unterdrückungsmuster zurückzuführen sind.

Dieser Fokus auf die Ideologie geht klarerweise nur auf Kosten des eigentlichen Lehrerstudiums und dem Erlernens des Umgangs mit sozialen Problemfällen unter Schülern. Dazu hatte ein Großteil der wenigen praktischen Didaktikeinheiten keine nachweisbare Wirksamkeit und war auch nicht validiert über die peer-reviewte Literatur. Die meisten Kurse an der Universität erfordern von den Studenten wenig oder gar keine akademische Arbeit und ähneln oft Gruppentherapiesitzungen. Dazu kommen dann noch Aktivitäten wie das Führen persönlicher Tagebücher, etwas, das ich versuchte mit Offenheit anzugehen, auch wenn ich dabei den Eindruck bekam, dass die darin behandelten Aufgaben ziemlich weit entfernt sind von den eigentlichen beruflichen Anforderungen als Lehrer.

Das STEP Studienprogramm ist eine Travestie und leistet seinen Studenten einen Bärendienst. Es vernachlässigt die Praxis des Lehrens zugunsten des Linksaktivismus und es lässt die benachteiligten Kinder im Stich, denen es vorgibt zu dienen, denen wir als Lehrer mangels Ausbildung aber hilflos gegenüberstehen. Jedes Jahr produziert das STEP Programm einen weiteren Jahrgang von Absolventen, die aufgrund der mangelnder Vorbereitung auf ihren Beruf sehr schnell überfordert sein werden, wobei im Lehrerberuf ohnehin bereits eine starke Fluktuation herrscht.



Wie man Schwarze gegen Weiße abrichtet



Eine der eigentümlichsten und psychologisch manipulativsten STEP Kurse nennt sich „Caucusing“. Die Studenten werden dazu in kleinere Gruppen unterteilt, die nach Rasse, Sexualität und Geschlecht getrennt sind. Zunächst werden die Studenten nach Rasse getrennt, um „unter sich“ ihren Platz in der intersektionellen Hierarchie der Unterdrückung zu diskutieren. Weiße Schüler müssen dabei Reue für ihr Privileg zeigen, indem sie Beispiele dafür nennen müssen, wie ihr Weißsein, ihr latenter Rassismus und der in Amerika herrschende institutionalisierte Rassismus ihnen persönlich zugute gekommen sind. Im Wesentlichen müssen sich die weißen Studenten dabei hinsetzen und dann spontan sagen, wie schlecht sie sich fühlen wegen der schlechten Rassenbeziehungen in Amerika.

Farbige Studenten bilden derweil eine eigene Gruppe, wobei zum Abschluss des ersten Teils des Kurses dann die beiden Gruppen zusammengefasst werden. In einem großen Kreis stehend müssen sich dann alle auf die Oberschenkel klopfen, klatschen und mit den Fingern schnippen - um aus irgendeinem Grund den Klang eines Gewitters zu erzeugen. Zumindest als ich den Kurs belegte war es so, dass danach die farbigen Studenten über ihre schmerzhaften Erfahrungen erzählten und den weißen Studenten vorwarfen, dass sie Rassismus und unbewusste Ausgrenzung betreiben.

Nach vielen Tränen und herzlichen Entschuldigungen endete mein Erlebnis mit diesem Kurs damit, dass sich schließlich alle umarmen durften. Die Auswirkungen des dezidierten Aufhetzen und Gegenüberstellens der nach Rasse getrennten Studenten wurde im nachfolgenden Kursteil manifest, als die farbigen Studenten aus Protest gegen einen Dozenten mitten im Unterricht den Hörsaalverlassen haben, weil ein weißer Dozent und einige weiße Studenten über eine Polizeischießerei sprachen, bei der eine in der Nähe der Universität lebende schwarze Frau den Tod fand.

Man kann es sich denken, die Sache endete mit weiteren Entschuldigungen, Weinen, Umarmungen und dem obligatorischem zerknirschten Schreiben von Selbstkasteiungsbriefen durch die weißen Studenten, wobei sich jede Woche stärker ein ungutes Gefühl breit machte, da die Kurse immer mehr in Chaos und Unruhe abglitten.



Mikroaggressionen und Gruppenidentität über alles!



In den nach Geschlechtern getrennten Kursen mussten die männlichen Studenten darüber nachdenken und diskutieren, wie Frauen in der Gesellschaft benachteiligt sind. Das ganze lief dabei ziemlich unstrukturiert ab und bestand vor allem aus losen Gesprächen mit wenig Bezug zur Didaktikausbildung. Das sich in den letzten Jahrzehnten immer stärker herausbildende Bildungsgefälle zwischen Mädchen und Jungen - wobei Mädchen Jungen in jeder Bildungsphase übertreffen - wurde dabei nicht angesprochen, was vermutlich daran liegt, weil es außerhalb des Paradigmas des männlichen Privilegs und der weiblichen Unterdrückung liegt.

Monatelang wieder und wieder wurde bei mehreren Dozenten das Konzept der Mikroaggressionen behandelt, wobei stets ein Vorwurf gegen die Studenten durchklang, ganz so als bestünde permanent die Gefahr, dass ein STEP Absolvent einer Schülerin mitteilt: „Du bist aber klug - für ein Mädchen!“ oder sie jemanden mit asiatischen Gesichtszügen fragen würden: „Aus welchem Land kommst du wirklich her?“

Zum Abschluss lernen die Studenten die Quintessenz der Ideologie, nach der es völlig irrelevant ist, wer man ist, da die Person nur so viel zählt, wie die Gruppenidentität, der man angehört. Im STEP Programm es selbstverständlich, jeden einzelnen nur über seine Merkmale zu bewerten, die seine Gruppenidentität bestimmen. Ein beängstigendes Konzept wie ich meine, das offensichtlich einen großen Einfluss darauf hat, wie sich die Lehramtsstudenten untereinander verhalten und später vermutlich auch mit ihren zukünftigen Schülern umgehen.



Rassistentheater als didaktisches Konzept bar jeder wissenschaftlichen Begründung



Ein weiteres interessantes und eingehend behandeltes Thema in STEP ist das„Theater der Unterdrückten“. Diese obligatorischen Theateraufführungen erstrecken sich über Wochen, wobei sich die weißen männlichen Schüler dafür Szenen ausdenken müssen, in denen sie als rassistische, homophobe oder misogynistische Charaktere dargestellt werden. Schüler und Lehrer analysieren dann den Auftritt und diskutieren die Art und Weise, wie sich die Identitätsdynamik in jeder Szene auswirkt.

Als ich den Dozenten irgendwann nach der pädagogischen Begründung dieses „Theaters der Unterdrückten“ fragte und warum dafür so viel Zeit aufgewendet wird - ich zahlte immerhin gutes Geld für diesen Kurs - da wurde mir gesagt, dass es mir als Klassenlehrer helfen würde, die „Gewalt“ in der Klasse zu vermeiden, wie sie sich in den Theaterszenen ausdrückt. Daraufhin verlangte ich von ihm einen Beleg für die Behauptun, dass dies eine effektive didaktische Methode sei. Als Antwort bekam ich, dass diese Theaterkurse als „wertvoll“ erachtet würden und ich mein „Unbehagen“ diesen gegenüber mit „Selbstreflektion“ begegnen sollte. Offensichtlich wurde nie ein Beweis für ihre Wirksamkeit vorgelegt.



Genderwahn und Kindergarten



Einer der Kurse wurde von einer Dozentin geleitet, die sämtliche Personalpronomen ablehnte. Inhaltlich bestand der Kurs aus dem Tanzen zu Beyoncé-Liedern und dazu mussten wir Fälle von heteronormativem Verhalten und Homophobie diskutieren. In einem anderen Kurs im zweiten Teil des Studiengangs muss wir Gegenstände in den Unterricht mitbringen, die uns repräsentieren würden. Das ganze entpuppte sich als eine Schwätzrunde, in der nicht mehr passierte, als dass jeder seinen Gegenstand präsentierte und sagte, warum er diesen wählte – es war ein Vorbote auf das Maß der zukünftigen akademischen Strenge.

Über diese ganzen Kurse, die keinerlei wissenschaftliches Arbeiten erfordern und nichts mit dem eigentlichen Studiengang zu tun haben könnte man lachen, wenn sie kein Geld kosten würden und keinerlei Auswirkungen auf die spätere Berufspraxis hätten.

Ein weiteres Problem bei STEP ist, dass die Ressourcen und Zeit völlig falsch verteilt werden, und das auch in jenen Kursen, bei denen die gelehrten Inhalt ausnahmsweise einmal vernünftig sind.

Zum Beispiel konzentrierte sich eine Klasse auf die historische Diskriminierung von Afroamerikanern in Seattle durch die Praxis, wonach sich Banken weigern würden, qualifizierten schwarzen Kunden in bestimmten Stadtvierteln Hypotheken zu gewähren, was in schwarzen Gemeinschaften den Aufbau von übergenerationellem Wohlstand hemmt.

Dieser Kurs streckte sich über ein ganzes Viertel des Studiums, wobei damit vermutlich kein anderer Zweck verfolgt wurde, als die Gründe für das Bildungsdefizit und die damit verbundene Vermögenskluft zwischen der schwarzen und der weißen Bevölkerung in den Vereinigten Staaten aufzuzeigen. Ich finde es dabei überaus seltsam, dass die Fakultät darauf besteht, so tief in das Thema einzusteigen und erwachsenen Menschen offenbar nicht zutraut, dass sie im eigenen Leben bereits einmal etwas über die strukturellen sozialen Probleme zwischen den verschiedenen Rassen erfahren haben.

Das offene Hinterfragen des Programms jedoch war nicht möglich, da es nur zur sozialen Stigmatisierung, zu Rassismusvorwürfen oder zur Diagnose einer „weißen Zerbrechlichkeit“ geführt hätte, was sich als starker Anreiz erwies sich zu fügen und das unabhängig von der pädagogischen Relevanz des Unterrichteten.

In den meisten Kursen dürfen sich die Studenten nicht frei hinsetzen. Viele der Dozenten führen ein strenges Regime bei der Platzwahl und achten strikt auf Rasse, Geschlecht und Sexualität der Studenten, so dass man beim betreten des Raumes erst einmal seinen Namen suchen musste, der am Platz angebracht war.

In einem Kurs überwachen die Schüler in kleinen Gruppen, wie viel und wie lange jede Person spricht, um Daten über die Teilnahmequoten der verschiedenen Rassen-, Geschlechter- oder Sexualitätskategorien zu sammeln. Mehrere Dozenten ergeben sich in völlig sinnfreien Übungen für ihre Studenten und spielen Stille Post oder andere lächerliche Kindereien, mit denen die Ausbildungszeit verschwendet wird, und mit denen sie sich zum Gespött aller machen. Das einzige, was man bei ihnen lernt ist, wie man es definitiv nicht macht.



Die letzten Vernünftigen werden kaputt gemacht und gegangen



Das Programm verfügt aber durch auch über einige Elemente von praktischem Wert. Einige Kurse, in denen es um das Erstellen von Schülerzeugnisse geht, waren engagiert und nützlich. Ich habe zwei sozialwissenschaftliche Methodenklassen besucht und fand sie ausgezeichnet. Dort wird gelehrt, mit welchen Methoden man den Schülern kritisches Denken und historische Debatten näherbringen kann, die durch jahrzehntelange pädagogische Forschung gestützt werden.

Es sind genau derartige Inhalte, von den man erwarten würde, dass sie Unterricht an einer Bildungsfakultät prägen. Leider steht der Professor dieser Kurse, der seit mehr als 30 Jahren an der Universität lehrt, kurz vor dem Ruhestand und man sollte besser nicht erwarten, dass er durch jemanden mit einem ähnlichen Ansatz ersetzt wird.

Und obwohl der Professor seit Jahrzehnten in Lehre und Forschung einen immensen Respekt genießt. hat auch ihn die Identitätspolitik in ihren Strudel gerissen : Studenten beklagten sich über Vorurteile, weil sein Beispiel für das Erzählen einer bekannten historischen Begebenheit im Unterricht aus dem Untergang der Titanic bestand – sein Verbrechen dabei war „Eurozentrismus“.

Das Kritisieren des Fokus der Lehrerausbildung an der Universität von Washington, wonach sich alles nun um Identitätspolitik dreht jedoch würde hingestellt, als wäre es gleichbedeutend mit der Ablehnung des Ziels, wonach man dagegen wäre, die in der amerikanischen Gesellschaft noch immer vorhandene Diskriminierung und Ungleichheiten zu beenden.

Auf diese Weise kann sich eine allgegenwärtige und unanfechtbare intellektuelle Orthodoxie halten, deren Linksaktivismus jedes Jahr von neuem von einer kleinen, aber lautstarken Gruppe an studentischen Aktivisten ratifiziert wird, und mit der sämtliche Kommilitonen und Dozenten zum Schweigen gebracht werden.



Insgeheimes Unterwandern und Zersetzen war gestern



An der Fakultät ist man überaus stolz auf das entwickelte innovative und extreme Ausbildungsprogramm, mit dem der linksaktivistische Ansatz für „Soziale Gerechtigkeit“ an die Universität gebracht werden konnte. Es herrscht eine fast schon theologische Gewissheit vor, dass dieses im STEP Programm installierte Allheilmittel für die Gesellschaft endlich alle Probleme lösen wird, die es im zeitgenössischen öffentlichen Bildungssystem gibt.

Der herrschende linke Zeit schaffte es also, dass die Lehrerausbildung an der Universität von Washington in etwas verwandelt wurde, das man nur dann wiedererkennt, wenn man bereits intim mit dem Linksaktivismus vertraut ist, wie er auf dem Campus betrieben wird.

Leider bildet die Universität keine Ausnahme in dieser Hinsicht. Widerstrebend bin ich sogar zum Schluss gekommen, dass jeder mit dem Berufswunsch Lehrer nach Möglichkeit einen akademischen Abschluss im Berufsfeld meiden und stattdessen eine alternative Akkreditierungsmethode finden sollte über Onlinekurse oder Praktika.

Mir ist klar, das ist eine überaus desillusionierte Schlussfolgerung, denn das Unterrichten ist eine ungemein schwierige Aufgabe, und Studiengänge mit einem Schwerpunkt auf Pädagogik und akademischer Ausbildung könnten prinzipiell den Übergang für junge Lehrer deutlich erleichtern. Würde in der Lehrerausbildung alles richtig richtig laufen, die Verantwortlichen des STEP Programms würden nicht nur Lehrern beim Berufseinstieg helfen, sondern sie könnten dann sogar einige jener sozialen Probleme lindern, von denen sie behaupten, dass sie ihnen wichtig seien.



Drei ergänzende Fakten dazu...



1. Die Studiengebühren für das vierteilige Ausbildungsprogramm für Lehrer kostet pro Abschnitt 665$, was pro Person auf 2.660$ rauskommt für einmal ordentlich Indoktriniert werden. Pro Jahrgang mit 60 Personen verdient die Universität 159.600$, was nicht gerade viel erscheint, aber wahre Lohn ist auch ein ganz anderer.

2. Auf ihrer Internetseite der "Demokratic Socialists of America" werden junge  Menschen gezielt dazu aufgerufen, eine Karriere als Lehrer einzuschlagen. Die Begründung lautet, dass Lehrer gewerkschaftlich am besten organisiert sind und das gut sei für die Bewegung. Ich denke, der Artikel erklärt den wahren Grund für den Aufruf.

3. Bei einem Zusammenstoß zwischen Antifa Demonstranten und nicht-linken Gegendemonstranten in Berkeley vor knapp zwei Jahren gab es einen Zwischenfall, bei dem ein vermummter Antifa Schläger einem Gegendemonstranten mit einem Fahrradschloss über den Kopf schlug. Der Täter wurde später enttarnt als Eric Clanton, einem Philosophiedozenten - sprich Lehrer.
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