Analyse: Teilweise heftiger Einbruch im August für linke Mainstream Presse im Internet



Trotz aller Unkenrufe auf anstehende Pleiten der deutschen Mainstream Presse aufgrund der seit Jahren im steilen Sinkflug befindlichen Auflagenzahlen stehen deren Internetableger mit in der Regel mehreren Dutzend Millionen Zugriffen im Monat nach wie vor hervorragend da. Laut dem Analysewerkzeug Similarweb aber gab es im August einen teils heftigen Einbruch der Zugriffe auf Mainstream Seiten, während die Alternativen rund um Pi-News und Jouwatch weiter zulegen konnten. Ist das die digitale Trendwende?


Der digitale Mainstream und seine Alternativen im Überblick



Bei Statistagibt es eine Tabelle mit den 15 reichweitenstärksten deutschen Nachrichtenportalen gemessen an den „unique Usern“, zu deutsch der Anzahl unterschiedlicher Personen, die im August diesen Jahres auf deren Seite gesurft sind. Die Liste möchte ich verwenden und mit den bei Similiarweb erhältlichen Zugriffszahlen versehen, um einen unverzerrten Vergleich ziehen zu können zu den alternativen deutschen Medienangeboten, da Statista keine Zahlen für die Alternativmedien anbietet. 

Zahlen in Mio Zugriffe; außen vor bleiben die Funke Mediengruppe, da sie eine Vielzahl von Einzelseiten betreibt, sowie upday, da es sich um eine Smartphone App handelt

Der Gesamtverlust der gelisteten 13 Anbieter hält sich mit 1,5% über drei Monate in Grenzen. Die absolut verlorenen 12 Millionen Aufrufe aber sind eine eindeutige Veränderung. Insbesondere die stetige Zunahme bis zum Juli, gefolgt von einem Totalverlust der Zugewinne in nur einem Monat spricht eine eindeutige Sprache.

Die Mainstream Medien und damit deren Sichtweise auf die Verhältnisse im Land verlor also auf einen Schlag deutlich an Zuspruch. In nennenswertem Umfang hinzugewonnen haben nur solche Angebote, die im Zuge der Ereignisse in den letzten Monaten merklich vom linken Berichterstattungsdogma abgewichen sind. 

Ebenso gewannen die alternativen deutschen Medienangebote hinzu, von denen die meisten zwar (noch) klein und relativ neu sind, die sich aber immer größerem Erfolg erfreuen. Hier die Liste mit den mir bekannten Alternativmedien mit ihren Zugriffen laut Similarweb:

Sind das alle relevanten Alternativen oder habe ich welche vergessen?

Man sieht, exakt die Hälfte des Verlustes der Mainstream Medien kann auf ein Überlaufen der Konsumenten zu den Alternativen zurückgeführt werden. Von diesen musste nur das von David Berger betriebene Angebot im August einen deutlichen Verlust hinnehmen. An einer linken Berichterstattung kann das aber nicht gelegen haben.

Fast alle der übrigen Alternativen gewannen in den letzten drei Monaten deutlich im zweistelligen Bereich hinzu, fast 17% in einem Vierteljahr können sich sehen lassen. Extrapoliert man den Wert auf ein ganzes Jahr, dann entspricht dies fast einer Verdoppelung.

Dazu stelle ich auch fest, dass mit der Zunahme der Zugriffe auch die Qualität der Artikel und Meinungen immer mehr hinzugewinnt. Vor allem bei den ersten sechs in der Tabelle sind in der Form keine Unterschiede mehr zu erkennen zu den ehemaligen Nachrichtenportalen rund um Spon, FAZ und Zeit. Unter anderem dürfte das damit zu erklären sein, dass die Angebote inzwischen trotz Anetta Kahane und trotz aller Werbeboykotts die Gewinnzone erreicht haben. Ein weiteres gutes Zeichen für die Nachrichtenlage im Land.

Noch aber, und das gibt der Direktvergleich ebenfalls her, sind die Alternativmedien verschwindend gering im Verhältnis zum Mainstream. Insgesamt entfallen auf sie lediglich etwa 5 Prozent des Klickaufkommens der großen Mainstream Portale, wobei positiv anzumerken ist, dass sie gemeinsam in etwa einem großen Mainstream Anbieter entsprechen.

Wären die gelisteten Alternativmedien eine einzige Plattform, sie stünde aktuell auf dem sechsten Platz der privaten deutschen Medienangebote im Internet. Das ist überaus imposant wie ich meine, zumal sie vor drei Monaten noch auf dem achten Platz standen. Es erklärt auch, warum vor allem Pi-News und Jouwatch zunehmend vom Mainstream angegriffen werden, obwohl sie de facto verhältnismäßig kleine Nischenanbieter sind.

Die Gretchenfrage aber bleibt wie gehabt: Wird es reichen, um endlich eine kritische Masse an Deutschen aufzuwecken und wenn ja, wie lange wird es noch dauern? Wird die Zeit reichen, oder kommt uns die multiple Kernschmelze des Systems zuvor?
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